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Wissenschaftliche Mitarbeit (WiMi) — Rolle, Vergütung, Bewerbung

Eine WiMi-Stelle ist die Königsdisziplin im Jurastudium: bezahltes Lernen, Netzwerk, CV-Booster. Hier ist der pragmatische Guide zur Bewerbung.

Von Jurafuchs-Redaktion · 8 min · aktualisiert 2026-05-07

Eine Wissenschaftliche-Mitarbeiter:in-Stelle (kurz „WiMi") an einem Lehrstuhl oder in einer Kanzlei ist im Jurastudium die wertvollste Nebentätigkeit, die du bekommen kannst. Du bekommst bezahlt, lernst akademisch und praktisch tief, baust Netzwerk auf, und hast einen herausragenden Punkt im Lebenslauf. Hier ist, was du wissen musst.

Was eine WiMi tatsächlich tut

An einem Universitätslehrstuhl: Übungen leiten, Klausuren mitkorrigieren, Prof bei Forschung und Publikationen unterstützen, gelegentlich eigenständig kleinere Beiträge schreiben. Stundenumfang: meist 12–20 h/Woche. In einer Kanzlei: rechtliche Recherche, Schriftsatzentwürfe, Mandatsmitarbeit auf Junior-Level. Stundenumfang: 15–25 h/Woche.

Beide Varianten geben dir tiefes juristisches Lernen, das in Vorlesungen nicht passiert. Du arbeitest an realen Problemen mit erfahrenen Mentor:innen — und wirst dafür bezahlt.

Vergütung 2026

Universitäts-WiMi: nach Bundesländer-TV-L grob bei 14–18 €/h für Hilfskraft-Stellen ohne Examen, 18–22 €/h mit Examen. Eine 12-h-Stelle bringt also 700–900 € brutto pro Monat. Kanzlei-WiMi: deutlich höher, 18–28 €/h in Mittelstand, 25–40 €/h in Großkanzlei. Eine 20-h-Stelle in der Großkanzlei kann 2.500–3.500 € pro Monat bringen.

Eine WiMi-Stelle deckt damit häufig deinen kompletten Lebensunterhalt während des Studiums — ohne BAföG-Schulden.

Wann anfangen?

Universität: ab dem 4.–5. Semester. Mit der ersten guten Übungsklausur in einem Pflichtfach (8+ Punkte) bist du bewerbungsfähig. Kanzlei: ab dem 5.–6. Semester. Lehrstuhl-WiMi geht oft länger (über mehrere Jahre, manchmal bis zur Promotion); Kanzlei-WiMi ist häufig 1–2 Jahre.

Wie du dich bewirbst

Universitäts-WiMi: schreib direkt den Lehrstuhl an, auf den du fokussiert hast (z. B. Sachenrecht, Strafrecht, Öffentliches Recht). Kurze Mail: Vorstellung, deine besten Klausurnoten, Motivation für genau diesen Lehrstuhl. Manchmal werden Stellen ausgeschrieben (Bachelor-Stelle, schwarzes Brett, Lehrstuhl-Webseite); häufiger sind sie informell. Frag in einer Sprechstunde nach.

Kanzlei-WiMi: Online-Bewerbungsportal der Kanzlei (alle Großkanzleien haben eines), 1–2 Seiten Anschreiben, Lebenslauf, Notenübersicht. Frühpraktika hilfreich, aber kein Muss. Im Bewerbungsschreiben: Welche Mandate / welcher Bereich der Kanzlei interessiert dich? Konkretes Interesse signalisiert Reife.

Was die Stelle dir bringt

Drei Dinge, die andere Studierende nicht haben: (1) Tiefes Wissen — du arbeitest an Mandaten / Forschung weit über das Studienpensum hinaus. Examensvorbereitung wird leichter. (2) Netzwerk — der Professor oder die Kanzleipartner kennen dich nach 6 Monaten. Empfehlungsschreiben, Referendariats-Stationen, später: erste Job-Empfehlung. (3) CV-Punkt — „WiMi am Lehrstuhl Prof. Dr. X / Kanzlei Y" ist im Recruitment ein klares Differenzierungsmerkmal.

Was die Stelle dir kostet

Zeit. Eine 15-h-Stelle plus Studium plus eigenes Lernen plus eventuell Lerngruppe heißt: 6-Tage-Woche. Wer das nicht durchhalten kann, sollte zuerst ein Praktikum machen und dann erst entscheiden. Burnout-Risiko ist real, besonders wenn die WiMi-Stelle in die Examensvorbereitung hineinragt — viele beenden die Stelle in den letzten 6 Examensmonaten.

Unsere Empfehlung

Wenn du zwischen 4. und 6. Semester eine konstante Note ≥ 8 Punkten hast und dich für einen Bereich (z. B. Wirtschaftsrecht, Strafrecht, Öffentliches Recht) interessierst, bewirb dich aktiv. Das ist die wertvollste Studien-Investition, die du tätigen kannst — finanziell, akademisch, karriereseitig. Beende die Stelle 6 Monate vor dem Examen, um Examensvorbereitung Vollzeit zu betreiben.

Bereit loszulegen?

Jurafuchs ist die Lernapp, die wir seit 8 Jahren bauen — 20.000+ Studierende bereiten sich damit täglich auf Klausuren und Examen vor. Der Einstieg ist kostenlos.

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