Das Jurastudium an einer staatlichen Uni kostet dich keine Studiengebühren — aber es kostet Zeit, und Zeit kostet Geld. Hier ein pragmatischer Überblick.
Lebenshaltung: Was kostet ein Jurastudium?
Lebenshaltungskosten variieren stark nach Stadt. Grobe Richtwerte pro Monat: München/Hamburg 1100–1400 €, Frankfurt/Köln/Düsseldorf 900–1200 €, Leipzig/Halle/Magdeburg 650–850 €. Rechne Miete (Hauptposten), Essen, Versicherung, Semesterbeitrag (100–350 €/Semester), Lehrbücher (200 €/Semester), Repetitorium (ab 7. Semester, 200–400 €/Monat über 12–18 Monate).
BAföG — der Standardweg
BAföG ist das erste, was du prüfen solltest. Aktuelle Höchstsätze liegen bei ~934 €/Monat. Wichtig: BAföG ist zur Hälfte Zuschuss (musst du nicht zurückzahlen), zur Hälfte zinsloses Darlehen (rückzahlbar nach 5 Jahren ab Ausbildungsende, max. 10.010 € gedeckelt). Wer BAföG-berechtigt ist, macht faktisch ein stark subventioniertes Studium.
Stipendien — der unterschätzte Hebel
Viele Studierende schlagen Stipendien aus dem Kopf, weil sie denken, sie müssten Einser-Abi haben. Falsch. Die 13 großen Begabtenförderwerke (Studienstiftung, Konrad-Adenauer, Friedrich-Ebert, Hans-Böckler u.a.) fördern nach Kriterien wie Engagement, Motivation und Werdegang, nicht nur Abi-Noten. Unser Tipp: Bewirb dich. Es dauert 4–6 Wochen Aufwand, und im Best Case bekommst du 934 € + 300 € Büchergeld monatlich über deine gesamte Studienzeit. Das ist mehr als jeder Nebenjob.
Nebenjob: Jura-spezifisch lohnenswert?
WiMis (wissenschaftliche Mitarbeiter:innen bei Lehrstühlen oder Kanzleien) verdienen überdurchschnittlich gut und bauen nebenbei das Netzwerk auf. Stellen an der Uni: 11–14 €/Stunde, oft 40h/Monat. Kanzleistellen: 15–25 €/Stunde, oft 60h/Monat, zusätzlich Einblick in Praxis. Wir empfehlen: ab dem 4. Semester eine WiMi-Stelle. Vorher zu Studienbelastung zusätzlich oft zu viel.
Bildungskredit und KfW-Darlehen
Wenn BAföG und Nebenjob nicht reichen: Bildungskredit (Bund, 1–7% Zinsen je nach aktuellem Umfeld) oder KfW-Studienkredit (ähnliche Konditionen). Beides ist rückzahlbar. Plane die Rückzahlung realistisch — ein frisches Einstiegsgehalt trägt Schulden von max. 30.000–40.000 € bequem, mehr wird schwierig.
Die Jurafuchs-Empfehlung
Priorität 1: BAföG-Berechtigung prüfen und beantragen. Priorität 2: Stipendien-Bewerbungen (2–3 Werke gleichzeitig). Priorität 3: WiMi-Stelle ab dem 4. Semester. Priorität 4: Bildungskredit nur zur Überbrückung in der Examensphase, nicht als Grundfinanzierung. Das ist der Weg, den die meisten erfolgreichen Jurastudent:innen gehen — weil er dir am meisten Zeit zum Lernen lässt.
Jurafuchs ist die Lernapp, die wir seit 8 Jahren bauen — 20.000+ Studierende bereiten sich damit täglich auf Klausuren und Examen vor. Der Einstieg ist kostenlos.
Jurafuchs öffnen →