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Staatsexamen, LL.B. oder Unternehmensjurist — Was ist der richtige Abschluss für dich?

Nicht jede:r muss das Staatsexamen machen. LL.B.-Programme und Unternehmensjurist-Studiengänge sind vollwertige Alternativen — mit ganz anderen Berufswegen. Ein Überblick.

Von Jurafuchs-Redaktion · 8 min · aktualisiert 2026-03-30

Die Frage „Staatsexamen oder LL.B.?“ ist für viele Abiturient:innen unsichtbar — weil das Staatsexamen so dominant im öffentlichen Bild ist. Aber es gibt seit 2007 mit dem Bologna-Prozess auch rein akademische Bachelor-Programme in Jura. Der Unterschied ist fundamental, und er bestimmt deinen späteren Karriereweg.

Was ist das Staatsexamen?

Das Staatsexamen ist eine staatliche Abschlussprüfung — du legst sie bei einem Justizprüfungsamt deines Bundeslands ab, nicht bei deiner Fakultät. Bestehst du, hast du den Status „Volljurist:in“ (mit bestandenem 2. Staatsexamen nach Referendariat). Nur der oder die Volljurist:in kann Anwält:in, Richter:in, Staatsanwält:in, Syndikusanwält:in, Notar:in werden. Alles andere hängt an diesem Examen.

Was ist der LL.B.?

Der LL.B. (Bachelor of Laws) ist ein akademischer Abschluss nach 6–8 Semestern Studium. Er bereitet auf rechtsnahe Berufe vor, aber er berechtigt nicht zur Zulassung als Rechtsanwält:in. Typische Berufsfelder: Compliance in Unternehmen, Rechtsabteilungs-Assistenz, HR, Konfliktmanagement, Mediation, einige Verwaltungstätigkeiten. Häufig kombiniert mit einem zweiten Fach (BWL, Wirtschaftsinformatik, Management).

Was sind Unternehmensjurist-Programme?

An einigen Unis (Mannheim, Bayreuth, EBS u.a.) gibt es integrierte Programme: LL.B. + Möglichkeit, das Staatsexamen anschließend zu machen. Du bekommst einen Bachelor-Abschluss nach 6–7 Semestern und kannst dann entscheiden: Examensvorbereitung oder direkter Berufseinstieg. Das ist für viele der sinnvollste Weg, weil es Optionalität schafft.

Wann ist welcher Weg richtig?

  • Staatsexamen — wenn du Anwält:in, Richter:in, Staatsanwält:in oder Syndikus werden willst. Kein Weg daran vorbei.
  • LL.B. — wenn du juristisches Know-how für einen anderen Beruf brauchst (HR-Compliance, Unternehmensberatung, Finanzen).
  • Integrated (LL.B. + Staatsexamen-Option) — wenn du noch nicht sicher bist und dir Flexibilität leisten kannst (viele dieser Programme sind privat oder mit Aufnahmeprüfung).

Zeitvergleich

Staatsexamen: 10 Semester Studium + 2 Jahre Referendariat = 7 Jahre ab Studienbeginn bis Volljurist. LL.B.: 6–8 Semester = 3–4 Jahre. Integrierte Programme: LL.B. nach 3,5 Jahren, Staatsexamen optional zusätzlich nach 2–3 weiteren Jahren. Rechne die Opportunitätskosten ein, wenn du die längere Variante wählst — und die Zukunftschancen, wenn du die kürzere wählst.

Unser Fazit

Die ehrliche Antwort: 80% der Leute, die zu uns kommen, wollen letztlich Anwält:in oder in die Justiz — und für sie ist das Staatsexamen alternativlos. Für die anderen 20% ist der LL.B. oft die bessere Wahl, weil er schneller berufsqualifizierend ist. Integrated-Programme sind attraktiv, wenn du dir die Privatuni leisten kannst (Bucerius 15.000 €/Jahr, EBS ähnlich) oder durch Mannheim/Bayreuth den kombinierten Weg auf einer staatlichen Uni gehst.

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